Ein neues Smartphone ist schnell eingerichtet – bis die Frage auftaucht: Wo sind eigentlich die alten WhatsApp-Chats, Fotos und Sprachnachrichten? Wer beim Gerätewechsel zu früh das alte Telefon zurücksetzt, kann sich unnötig Probleme machen.
WhatsApp bietet inzwischen mehrere offizielle Wege, den Chatverlauf auf ein neues Handy zu übertragen. Welche Methode passt, hängt davon ab, ob du innerhalb von Android oder iPhone wechselst oder das Betriebssystem wechselst.
Vor dem Wechsel: Das alte Handy nicht löschen
Der wichtigste Schritt passiert vor der eigentlichen Übertragung. Prüfe, ob WhatsApp aktuell ist, ob du deine Telefonnummer weiterverwendest und ob du ein aktuelles Backup hast. Lass das alte Smartphone eingeschaltet und lösche dort noch nichts.
WhatsApp weist ausdrücklich darauf hin, das alte Gerät erst dann zurückzusetzen oder WhatsApp zu deinstallieren, wenn die Übertragung auf dem neuen Telefon erfolgreich abgeschlossen ist.
Android zu Android: direkte Chat-Übertragung
Auf Android kannst du die Funktion „Chats übertragen“ verwenden. Dazu müssen die Geräte nahe beieinander sein, WLAN aktiviert haben und dieselbe Telefonnummer verwenden.
Auf dem alten Telefon findest du die Funktion unter WhatsApp > Einstellungen > Chats > Chats übertragen. Auf dem neuen Gerät wird ein QR-Code angezeigt, den du mit dem alten Telefon scannst.
Die aktuelle Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du direkt im WhatsApp Help Center.

Backup als Sicherheitsnetz
Zusätzlich zur direkten Übertragung kann ein Backup sinnvoll sein. Auf Android werden WhatsApp-Backups im Google-Konto, auf dem iPhone in iCloud gespeichert. Ob ein Backup vorhanden ist, solltest du vor dem Gerätewechsel kontrollieren.
Ein Backup ist besonders wichtig, wenn das alte Telefon später nicht mehr verfügbar ist oder bei der direkten Übertragung etwas schiefgeht.
Android zu iPhone: Vorbereitung ist entscheidend
Beim Wechsel von Android auf iPhone nutzt WhatsApp die Apple-App „Auf iOS übertragen“. Das iPhone muss dafür fabrikneu oder auf Werkseinstellungen zurückgesetzt sein. Außerdem wird dieselbe Telefonnummer benötigt.
WhatsApp nennt als weitere Voraussetzungen unter anderem iOS 15.5 oder neuer und eine aktuelle WhatsApp-Version. Die offizielle Anleitung beschreibt den Ablauf im Detail.
Chats lassen sich nicht nachträglich zusammenführen
Ein häufiger Fehler ist, WhatsApp auf dem neuen Gerät bereits normal zu verwenden und erst später den alten Chatverlauf importieren zu wollen. Bei einem Betriebssystemwechsel lassen sich alter und neuer Verlauf nicht einfach nachträglich zusammenführen.
Darum ist es besser, den Wechsel einmal sauber durchzuführen, bevor du auf dem neuen Telefon neue Chats beginnst.
Neue Telefonnummer? Erst auf dem alten Gerät ändern
Wenn du gleichzeitig Smartphone und Telefonnummer wechselst, solltest du zuerst auf dem alten Gerät die WhatsApp-Funktion zum Ändern der Nummer verwenden. Registrierst du direkt eine völlig neue Nummer auf dem neuen Smartphone, kann der alte Chatverlauf nicht einfach zugeordnet werden.
Was wird nicht immer übertragen?
Je nach Wechselweg gibt es Einschränkungen. WhatsApp weist zum Beispiel darauf hin, dass beim Wechsel von Android zu iPhone unter anderem die Anrufliste nicht übertragen wird. Bei bestimmten Kanal- oder Zahlungsdaten gelten ebenfalls Ausnahmen.
Fotos und Videos brauchen Platz
Große Chatverläufe mit vielen Medien benötigen entsprechend Speicherplatz und Zeit. Lade beide Geräte vorher auf oder schließe sie an Strom an. Ein stabiles WLAN und ausreichend freier Speicher helfen, Abbrüche zu vermeiden.
Exportieren ist nicht dasselbe wie sichern
Mit „Chat exportieren“ kannst du einen einzelnen Verlauf als Datei sichern oder verschicken. Diese Exportdatei lässt sich aber nicht wieder in WhatsApp importieren. Für einen echten Gerätewechsel brauchst du deshalb Backup oder Übertragungsfunktion.
Nach dem Wechsel kurz kontrollieren
Bevor das alte Smartphone gelöscht wird, öffne auf dem neuen Gerät einige wichtige Chats. Prüfe, ob ältere Nachrichten und Medien vorhanden sind, ob Gruppen korrekt angezeigt werden und ob neue Nachrichten ankommen.
Erst danach solltest du das alte Gerät zurücksetzen, verkaufen oder weitergeben.
Ein Gerätewechsel ist auch ein guter Sicherheitscheck
Wenn du ohnehin ein neues Smartphone einrichtest, kontrolliere Zwei-Faktor-Schutz, Displaysperre, Backups und angemeldete Geräte. Weitere Grundlagen findest du in unserem Beitrag „Sicher im Internet: 8 einfache Regeln für den digitalen Alltag“.

