Beim Mülltrennen entstehen die meisten Fragen nicht bei Glasflaschen oder Zeitungen, sondern bei Mischfällen: Wohin mit dem Joghurtbecher samt Deckel? Ist ein Getränkekarton Papier? Muss eine Verpackung ausgespült werden? Und gehört Alufolie immer in die Gelbe Tonne?
Die Grundregel ist einfacher, als sie wirkt: In die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack gehören in erster Linie gebrauchte, restentleerte Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Metall oder Verbundmaterial. Papier, Glas, Bio- und Restmüll werden getrennt gesammelt. Regional kann es zusätzlich eine Wertstofftonne geben.
Gelbe Tonne: Verpackung entscheidet
Folien, Kunststoffschalen, Konservendosen, Getränkekartons, Tuben und viele andere Leichtverpackungen gehören in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Der Grüne Punkt ist dafür seit Jahren nicht mehr entscheidend.
Die Verbraucherzentrale erklärt die wichtigsten Trennregeln aktuell mit Stand April 2026.
Verpackungen müssen leer, aber nicht blitzblank sein
Joghurtbecher oder Dosen sollten restentleert sein. Ausspülen ist normalerweise nicht nötig. Die Initiative „Mülltrennung wirkt“ weist darauf hin, dass die Materialien im Recyclingprozess ohnehin gereinigt werden.
Wenn sich verschiedene Materialien leicht trennen lassen, solltest du das tun: Aludeckel vom Kunststoffbecher abziehen, Papierbanderole abnehmen und die Bestandteile getrennt entsorgen.

Papier: trocken und sauber
Zeitungen, Schreibpapier, Kartons und viele Pappverpackungen gehören ins Altpapier. Stark verschmutztes oder beschichtetes Papier kann dagegen Restmüll sein. Küchenpapier, Taschentücher und Hygienepapiere gehören grundsätzlich nicht in die Papiertonne.
Getränkekartons sind kein Papier
Milch- und Saftkartons bestehen aus Verbundmaterial und gehören in die Gelbe Tonne beziehungsweise den Gelben Sack. Dass sie außen wie Karton aussehen, ändert daran nichts.
Glas nach Farben trennen
Pfandfreie Glasverpackungen wie Marmeladen- oder Gurkengläser gehören in den Altglascontainer. Sortiert wird üblicherweise nach Weiß-, Braun- und Grünglas. Andersfarbiges Glas kommt meist zum Grünglas.
Trinkgläser, Porzellan, Keramik, Spiegel oder Fensterglas gehören nicht in den Altglascontainer. Sie haben andere Materialeigenschaften.
Biomüll: auf die Kommune achten
Ob zum Beispiel gekochte Speisereste, bestimmte Beutel oder kleine Mengen Küchenpapier in die Biotonne dürfen, kann kommunal unterschiedlich geregelt sein. Deshalb lohnt sich bei Detailfragen ein Blick auf die Abfallberatung deiner Stadt oder deines Kreises.
Restmüll: nicht alles, was aus Plastik ist, gehört in Gelb
Ein kaputter Kugelschreiber, eine Zahnbürste oder Plastikspielzeug sind keine Verpackungen. In Regionen ohne Wertstofftonne gehören solche Gegenstände meist in den Restmüll oder – je nach Größe und Material – zum Wertstoffhof.
Batterien und Elektrogeräte nie in den Hausmüll
Akkus und Batterien können Brände verursachen und müssen getrennt gesammelt werden. Kleine Elektrogeräte gehören ebenfalls nicht in Restmüll oder Gelbe Tonne. Handel und Wertstoffhöfe bieten Rückgabemöglichkeiten.
Alufolie ist ein gutes Beispiel für den Unterschied
Eine Aluschale als Verkaufsverpackung gehört restentleert in die Gelbe Tonne. Eine Rolle Haushalts-Alufolie, die du selbst zum Einpacken benutzt hast, ist dagegen keine Verkaufsverpackung und gehört regional in Restmüll oder Wertstofftonne.
Im Zweifel regional nachschauen
Die Sammlung von Bio-, Rest- und Wertstoffen wird teilweise kommunal organisiert. Darum kann es regionale Unterschiede geben. Die bundesweiten Grundregeln helfen für den Alltag, bei Sonderfällen ist die lokale Abfallberatung die beste Quelle.
Wer im Haushalt generell einfacher Ordnung halten möchte, findet in unserem Beitrag „Weniger Chaos im Alltag: 10-Minuten-Routinen“ weitere kurze Routinen, die sich auch auf Müll- und Vorratssysteme übertragen lassen.

