Ein umgestürzter Zaun, beschädigte Dachziegel oder Wasser im Keller sind schon ärgerlich genug. Nach einem Unwetter hilft es, nicht sofort alles aufzuräumen, sondern den Sturmschaden richtig zu dokumentieren. Fotos, Rechnungen und eine kurze Chronologie können später wichtig werden.
Erst Sicherheit, dann Fotos
Betritt keine Bereiche, in denen lose Dachziegel, beschädigte Stromleitungen, Wasser an Elektroanlagen oder instabile Bäume eine Gefahr darstellen. Bei akuter Gefahr zählen Feuerwehr, Netzbetreiber oder Fachbetrieb – nicht die perfekte Fotodokumentation.
Übersichts- und Detailbilder machen
Fotografiere zuerst den gesamten betroffenen Bereich und danach einzelne Schäden aus mehreren Winkeln. Bei Wasserständen, Rissen oder beschädigten Gegenständen kann ein Größenvergleich hilfreich sein. Lösche die Originaldateien anschließend nicht sofort; Datum und Metadaten können die zeitliche Einordnung unterstützen.
Beschädigte Gegenstände nicht vorschnell entsorgen
Wenn etwas aus Sicherheits- oder Hygienegründen weg muss, dokumentiere es vorher möglichst vollständig. Notiere Hersteller, Modell und – falls vorhanden – ungefähres Kaufdatum. Rechnungen, Kontoauszüge oder alte Fotos können später helfen, den Besitz und Wert nachzuweisen.
Versicherung möglichst früh informieren
Die Verbraucherzentrale weist in ihrer aktuellen Übersicht zu Regen-, Hagel-, Sturm- und Gewitterschäden darauf hin, dass je nach Schaden unterschiedliche Versicherungen zuständig sein können. Schäden am Gebäude können die Wohngebäudeversicherung betreffen, beschädigter beweglicher Hausrat die Hausratversicherung.
Starkregen oder Überschwemmung sind nicht automatisch in jedem Vertrag enthalten. Dafür kann zusätzlicher Elementarschutz notwendig sein.
Sofortmaßnahmen dokumentieren
Du bist grundsätzlich nicht verpflichtet, einen Schaden unnötig größer werden zu lassen. Ein provisorisch abgedecktes Fenster oder das Abpumpen von Wasser kann sinnvoll sein. Fotografiere den Zustand vorher und nachher und hebe Rechnungen für Material oder Notdienste auf.
Keine große Reparatur ohne Abstimmung starten
Kleine Sicherungsmaßnahmen sind etwas anderes als eine komplette Sanierung. Bevor größere Arbeiten beauftragt werden, solltest du die Versicherung beziehungsweise den zuständigen Ansprechpartner kontaktieren und klären, welche Unterlagen oder Kostenvoranschläge benötigt werden.
Eine einfache Schadenliste verhindert Chaos
Erstelle eine Tabelle oder Notiz mit Datum, beschädigtem Gegenstand, Foto-Nummer, geschätztem Alter und bereits erfolgter Maßnahme. Gerade wenn mehrere Räume betroffen sind, spart das später viel Sucherei.
Vertrag schon vor dem nächsten Unwetter prüfen
Die Verbraucherzentrale empfiehlt Eigentümerinnen und Eigentümern, auch den Schutz gegen Elementarschäden zu prüfen. Eine aktuelle Übersicht dazu gibt es unter Versicherungsschutz gegen Elementarschäden.
Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Rechts- oder Versicherungsberatung. Er hilft dir aber, im ersten Durcheinander die Unterlagen zu sichern, die bei der weiteren Klärung besonders nützlich sind.

