Ein Joghurt ist zwei Tage über dem Mindesthaltbarkeitsdatum, die Nudeln liegen seit Monaten im Schrank und auf der Marmelade steht ein Datum von letzter Woche. Muss das alles weg? Nein – denn ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht automatisch, dass ein Lebensmittel verdorben ist.
MHD und Verbrauchsdatum sind nicht dasselbe
Das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt, bis wann der Hersteller bei ungeöffneter Verpackung und richtiger Lagerung bestimmte Eigenschaften wie Geschmack, Geruch oder Konsistenz garantiert. Viele Lebensmittel sind danach noch einwandfrei.
Ganz anders ist das Verbrauchsdatum mit dem Hinweis „zu verbrauchen bis“. Es steht auf besonders leicht verderblichen Lebensmitteln. Nach Ablauf dieses Datums sollte das Produkt nicht mehr gegessen werden.
Bei abgelaufenem MHD: sehen, riechen, vorsichtig probieren
Die Verbraucherzentrale empfiehlt bei Lebensmitteln mit überschrittenem MHD einen Sinnescheck. Sieht das Produkt normal aus? Riecht es so wie gewohnt? Gibt es keine ungewöhnliche Verfärbung, keinen Schimmel und keine aufgeblähte Verpackung? Dann kann bei geeigneten Produkten vorsichtig probiert werden.
Schmeckt etwas deutlich anders, prickelt unerwartet oder riecht unangenehm, gehört es weg.
Geöffnete Packungen sind ein Sonderfall
Das MHD bezieht sich auf die ungeöffnete Verpackung. Sobald ein Lebensmittel geöffnet ist, spielen Luft, Feuchtigkeit und Mikroorganismen eine größere Rolle. Ein Datum auf der Packung sagt dann weniger aus als Lagerung, Zustand und die Hinweise des Herstellers wie „nach dem Öffnen gekühlt aufbewahren“.
Diese Lebensmittel sind oft länger haltbar
Trockene Produkte wie Reis, Nudeln, Mehl oder viele Konserven können bei richtiger Lagerung häufig deutlich länger genießbar sein. Auch manche Milchprodukte sind nicht automatisch schlecht, nur weil das MHD überschritten ist.
Bei frischem Fisch, Hackfleisch oder anderen Produkten mit Verbrauchsdatum gilt diese Gelassenheit ausdrücklich nicht.
Richtige Lagerung verlängert die Haltbarkeit
Wer Lebensmittel kühl, trocken und sauber lagert, wirft weniger unnötig weg. Unser Beitrag „Lebensmittel richtig lagern“ zeigt, wie Kühlschrank und Vorräte sinnvoll organisiert werden können.
Fazit: Datum prüfen, aber nicht blind wegwerfen
Das MHD ist eine wichtige Orientierung, aber kein Wegwerfdatum. Wer den Unterschied zum Verbrauchsdatum kennt und seine Sinne nutzt, kann Lebensmittelverschwendung vermeiden, ohne unnötige Risiken einzugehen.
Wie gehst du mit Lebensmitteln um, deren MHD gerade abgelaufen ist – prüfst du sie oder landen sie bei dir eher vorsichtshalber im Müll?
Häufige Fragen zum Mindesthaltbarkeitsdatum
Darf man Lebensmittel nach Ablauf des MHD noch essen?
Oft ja, sofern die Verpackung korrekt gelagert wurde und das Lebensmittel beim Sinnescheck unauffällig ist.
Was ist das Verbrauchsdatum?
Es kennzeichnet besonders leicht verderbliche Lebensmittel. Nach Ablauf des Verbrauchsdatums sollten diese nicht mehr gegessen werden.
Gilt das MHD auch nach dem Öffnen?
Nein. Nach dem Öffnen verändern sich die Lagerbedingungen; dann sind Herstellerhinweise und der tatsächliche Zustand entscheidend.
Quelle: Verbraucherzentrale: Mindesthaltbarkeitsdatum ist nicht gleich Verbrauchsdatum

