Katzen stammen von Vorfahren ab, die einen Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs über Beutetiere deckten. Deshalb sieht man manche Hauskatzen nur selten am Wassernapf. Das ist nicht automatisch ein Problem – trotzdem lohnt es sich, die Flüssigkeitsaufnahme der Katze im Blick zu behalten.
Der Deutsche Tierschutzbund weist darauf hin, dass Katzen mit Feuchtfutter bereits viel Flüssigkeit über das Futter aufnehmen, während Tiere mit Trockenfutter zusätzlich trinken müssen. Gerade bei Harnwegsproblemen oder auffälligem Trinkverhalten gehört die Ursache aber tierärztlich abgeklärt.
Mehrere Wasserstellen statt nur eines Napfs
Stell Wasser an mehreren ruhigen Orten bereit. Manche Katzen trinken lieber fern vom Futterplatz oder meiden Näpfe, an denen ständig Menschen vorbeilaufen. Zwei oder drei kleine Wasserstellen sind oft interessanter als ein einzelner großer Napf.
Breite Näpfe können angenehmer sein
Einige Katzen mögen es nicht, wenn ihre Schnurrhaare ständig am Rand anstoßen. Ein breiter, flacher Keramik- oder Edelstahlnapf kann angenehmer sein. Kunststoff bekommt leichter Kratzer und kann Gerüche annehmen.

Wasser täglich erneuern
Frisches Wasser ist attraktiver und hygienischer. Spüle die Näpfe regelmäßig gründlich aus und entferne Biofilm. Bei Trinkbrunnen gilt dasselbe: Sie müssen zerlegt und nach Herstellerangaben gereinigt werden.
Trinkbrunnen ausprobieren – aber nicht als Pflicht
Der Tierschutzbund nennt Trinkbrunnen als mögliche Hilfe. Manche Katzen mögen fließendes Wasser, andere ignorieren den Brunnen vollständig. Beobachte einfach, was deine Katze tatsächlich nutzt.
Feuchtfutter liefert bereits viel Flüssigkeit
Wenn deine Katze Feuchtfutter gut verträgt, kann es sinnvoll sein, zumindest einen Teil der Tagesration darüber anzubieten. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt ebenfalls, täglich Feuchtfutter einzuplanen, weil Katzen damit bereits wertvolle Flüssigkeit aufnehmen.
Zusätzliches Wasser unter das Futter zu mischen kann funktionieren, wenn die Katze Konsistenz und Geschmack akzeptiert. Fang mit sehr kleinen Mengen an.
Kuhmilch ist kein Wasserersatz
Viele erwachsene Katzen vertragen Laktose schlecht. Milch ist außerdem ein Nahrungsmittel mit Kalorien und kein geeigneter Ersatz für Wasser. Spezielle Katzenmilch sollte deshalb höchstens gelegentlich und nicht als Hauptgetränk angeboten werden.
Wann auffälliges Trinken zum Tierarzt gehört
Wenn eine Katze plötzlich deutlich mehr oder weniger trinkt als sonst, sehr häufig uriniert, beim Urinieren Schmerzen zeigt, Blut im Urin hat, apathisch wirkt oder erbricht, sollte eine Tierarztpraxis eingeschaltet werden. Veränderungen des Trinkverhaltens können unter anderem bei Nieren- oder Harnwegserkrankungen auftreten.
Bei Katern ist ein Harnröhrenverschluss ein Notfall. Wenn ein Kater wiederholt aufs Katzenklo geht, presst und kaum oder gar keinen Urin absetzt, solltest du sofort tierärztliche Hilfe suchen.
Beobachten statt Milliliter zählen
Im normalen Alltag musst du nicht jede Wassermenge exakt messen. Wichtiger ist, Veränderungen zu bemerken: Wird der Napf plötzlich viel schneller leer? Trinkt die Katze auffällig aus Wasserhähnen? Muss das Katzenklo häufiger gereinigt werden?
Wenn du generell mehr Abwechslung in den Katzenalltag bringen möchtest, passt dazu unser Ratgeber „Haustiere beschäftigen: Einfache Ideen für mehr Abwechslung im Alltag“. Für Freigänger im Herbst und Winter findest du außerdem eigene Tipps zur Sicherheit in der dunklen Jahreszeit.

