500 Gramm für 2,49 Euro oder 750 Gramm für 3,39 Euro? Die größere Packung wirkt auf den ersten Blick günstiger – ist es aber nicht automatisch. Wer Preise wirklich vergleichen möchte, sollte auf den Grundpreis schauen.
Der Grundpreis zeigt den Preis pro Kilogramm oder Liter und macht unterschiedlich große Packungen direkt vergleichbar. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Händler bei vielen Waren neben dem Gesamtpreis auch diesen Grundpreis angeben müssen.
Warum der Endpreis täuschen kann
Hersteller verändern Packungsgrößen, Aktionsformate oder Füllmengen. Ein Produkt kann deshalb billiger wirken, obwohl du pro Kilogramm mehr bezahlst. Der Grundpreis nimmt diese Verpackungsunterschiede aus dem Vergleich.
Seit 2022 meist pro Kilogramm oder Liter
Für die meisten entsprechenden Waren wird der Grundpreis einheitlich auf 1 Kilogramm oder 1 Liter bezogen. Die frühere Möglichkeit, bei kleinen Packungen mit 100 Gramm oder 100 Millilitern zu rechnen, wurde weitgehend abgeschafft.
Die Details erklärt die Verbraucherzentrale in ihrer Übersicht zur Grundpreisangabe.

Beispiel: Welche Packung ist wirklich günstiger?
Eine 500-Gramm-Packung kostet 2,49 Euro. Das entspricht 4,98 Euro pro Kilogramm. Eine 750-Gramm-Packung für 3,39 Euro liegt bei 4,52 Euro pro Kilogramm. In diesem Fall ist die größere Packung tatsächlich günstiger.
Aber: Wenn du die größere Packung nicht verbrauchst und ein Teil weggeworfen wird, war sie trotz niedrigerem Grundpreis kein guter Kauf.
Familienpackung heißt nicht automatisch Sparpackung
Begriffe wie „XXL“, „Vorrat“, „Family“ oder „Mega“ sind Marketing. Sie garantieren keinen niedrigeren Preis je Einheit. Gerade bei Aktionen lohnt sich deshalb ein kurzer Blick auf die kleine Grundpreiszeile.
Auch bei Sonderangeboten vergleichen
Ein rotes Preisschild sagt nur, dass der Händler einen Preis besonders hervorhebt. Vergleiche trotzdem den Grundpreis mit anderen Marken und Packungsgrößen. Manchmal bleibt ein normales Konkurrenzprodukt günstiger.
Eigenmarke gegen Markenprodukt
Der Grundpreis eignet sich besonders gut, um Eigenmarken und Markenprodukte zu vergleichen. Danach kannst du immer noch entscheiden, ob Geschmack, Qualität, Herkunft oder andere Eigenschaften den Aufpreis für dich wert sind.
Bei Waschmittel und anderen Produkten auf die Bezugsgröße achten
Nicht jeder sinnvolle Vergleich läuft nur über Kilogramm oder Liter. Bei Waschmitteln spielen zum Beispiel Waschladungen eine Rolle. Bei Toilettenpapier können Blattzahl und Lagenzahl wichtig sein. Nutze den Grundpreis als Ausgangspunkt, aber prüfe, ob die Produkte tatsächlich dieselbe Leistung bieten.
Preisvergleich braucht nur ein paar Sekunden
Du musst beim Einkauf nicht jede Ware ausrechnen. Bei Produkten, die du häufig kaufst, merkst du dir schnell typische Grundpreise. Dann fallen echte Angebote und teure Schein-Schnäppchen deutlich leichter auf.
Die günstigste Packung ist nicht immer die beste
Preis ist nur ein Kriterium. Wenn du ein Produkt nicht magst, nicht verbrauchst oder wegen der großen Packung mehr kaufst als nötig, bringt der niedrigere Grundpreis wenig.
Für laufende Kosten außerhalb des Supermarkts findest du in unserem Beitrag „Abos, Verträge und laufende Kosten“ eine ähnliche Grundidee: Erst vergleichbar machen, dann entscheiden.

